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Wirtschaftssituation Schweiz

Die Handelskammer Deutschland-Schweiz bemüht sich, auf dieser Website die aktuellsten Informationen zur Lage in Deutschland und in der Schweiz zu veröffentlichen. Trotz grösstmöglicher Sorgfalt übernimmt die Handelskammer D-CH keine Haftung für die Vollständigkeit oder Richtigkeit der Angaben. Bei Fragen und Anmerkungen: auskunft@handelskammer-d-ch.ch

Konjunkturperspektiven Schweiz im Frühjahr 2020 (Stand Anfang April 2020)

Die Konjunkturprognosen gehen davon aus, dass die Schweiz 2020 in eine Rezession fällt. Die Schweizer Wirtschaft ist in vielen Teilen durch die Verbreitung des Coronavirus innerhalb kürzester Zeit zum Stillstand gebracht worden. Im Zuge der Bekämpfungsmassnahmen des Virus sind bei allen Wirtschaftspartnern der Schweiz auf den internationalen Märkten massive Rückgänge der Wirtschaftsleistung zu verzeichnen. Die zuvor erwartete Aufhellung der internationalen Konjunktur wurde vollständig unterbrochen. Damit sind exponierte Schweizer Branchen von massiven Umsatzrückgängen betroffen. Die starke internationale Verflechtung über grenzüberschreitende Wertschöpfungsketten führt dazu, dass die Produktion in vielen Betrieben im In- und Ausland stark beeinträchtigt oder bereits ausgesetzt wurde. Hinzu kommen logistische Hürden durch schwierigere Transportbedingungen.

Der Schweizer Exportwirtschaft macht auch der hohe Schweizer Franken - Kurs zu schaffen, der verstärkt unter Aufwertungsdruck steht. Die Risiken im Hinblick auf die Stabilität des Finanzsystems, bei einerseits der hohen Verschuldung von Staaten und andererseits möglicher Kreditausfällen bei Unternehmen, führen bei Krisen immer zum Aufwertungsdruck beim Schweizer Franken. Die Schweizerische Nationalbank interveniert bereits regelmässig und hat den Freibetrag auf Negativzinsen für die Banken erhöht.

Im Inland müssen zahlreiche Unternehmen den Betrieb temporär einschränken oder vollständig einstellen, insbesondere im Gastgewerbe und in anderen Dienstleistungsbranchen, insbesondere im Non-Food Einzelhandel. Somit wird von einem deutlichen Rückgang des privaten Konsums ausgegangen.

Die bereits schon schleppende Industriekonjunktur wird rückläufig prognostiziert, insbesondere da wieder verstärkt Investitionen aufgeschoben werden dürften. Vor diesem Hintergrund ist auch mit einer Zunahme der Arbeitslosigkeit zu rechnen.

Das Staatsekretariat für Wirtschaft (SECO) in Bern schätzt, dass der Wertschöpfungseinbruch während der Zeit des «Shutdowns» ein ausserordentliches Ausmass annimmt. Dabei hängt der weitere Konjunkturverlauf von der epidemiologischen Entwicklung bzw. vom Zeitpunkt ab, an dem die gesundheitspolitischen Massnahmen gelockert werden können. Zudem sei entscheidend, ob von diesen Massnahmen ökonomische Zweitrundeneffekte ausgehen wie grössere Entlassungswellen und zahlreiche Insolvenzen. In der Konjunkturprognose vom 19. März ging das SECO noch für 2020 von einem Rückgang des realen Bruttoinlandsprodukts (BIP) in Höhe von −1,5 % aus. Auch aufgrund der Entwicklung im Ausland werden andere Verläufe nach Meinung des SECO zunehmend wahrscheinlicher.

Die Prognoseunsicherheit ist momentan ausserordentlich hoch. Abhängig davon wie stark sich das Virus noch ausbreitet, muss mit einem noch stärkeren Einbruch der Konjunktur gerechnet werden. Es kommt ganz darauf an, ob ein ein «V – förmiger» Konjunkturverlauf stattfinden wird, wie in der Finanzkrise 2008, und kein «U – oder «L – förmiger» Verlauf, der die Erholung der Wirtschaft erst zu einem viel späteren Zeitpunkt ermöglichen würde.

Bei einem viel schärferen Einbruch in Kombination mit Zweitrundeneffekten stünde die Schweiz vor Wohlstandsverlusten in ausserordentlichem Ausmass.

Überbrückungskredite für Unternehmen

Am 25. März 2020 hat der Schweizer Bundesrat in einer ausserordentlichen Sitzung beschlossen, dass Unternehmen, die stark von der Corona-Krise betroffen sind und Liquiditätsengpässe haben, einfach, schnell und unbürokratisch Kredite erhalten sollen. Unter dem folgenden Link erhalten Sie als Unternehmen in der Schweiz Informationen, wie und wo Sie diese COVID-19-Überbrückungshilfe beantragen können. Mehr Informationen

Der Bundesrat verabschiedet Notverordnung zur Gewährung von Krediten mit Solidarbürgschaften des Bundes

Bern, 25.03.2020 - An seiner ausserordentlichen Sitzung vom 25. März 2020 hat sich der Bundesrat mit der Liquiditätshilfe für KMU befasst. Diese sollen raschen Zugang zu Krediten für die Überbrückung von Corona-bedingten Liquiditätsengpässen erhalten. Die Kredite können am besten bei der Hausbank beantragt werden. Sie werden vom Bund abgesichert. Die entsprechende Verordnung tritt am 26. März 2020 in Kraft; ab diesem Zeitpunkt können Kreditgesuche gestellt werden. Zu der Pressemitteilung

Ausweitung und Vereinfachung Kurzarbeit

Das Instrument der Kurzarbeitsentschädigungen ermöglicht, vorübergehende Beschäftigungseinbrüche auszugleichen und die Arbeitsplätze zu erhalten. Durch die aktuelle wirtschaftliche Ausnahmesituation sind auch Personen, welche befristet, temporär oder in arbeitgeberähnlichen Anstellungen arbeiten sowie Personen, die in einem Lehrverhältnis stehen, stark betroffen. Deshalb sollen die Ansprüche auf Kurzarbeitsentschädigung ausgeweitet und die Beantragung vereinfacht werden:

  • Neu kann die Kurzarbeitsentschädigung auch für Angestellte in befristeten Arbeitsverhältnissen und für Personen im Dienste einer Organisation für Temporärarbeit ausgerichtet werden.
  • Neu soll der Arbeitsausfall auch für Personen, die in einem Lehrverhältnis stehen, anrechenbar werden.
  • Ausserdem kann Kurzarbeitsentschädigung neu auch für arbeitgeberähnliche Angestellte ausgerichtet werden. Als arbeitgeberähnliche Angestellte gelten z.B. Gesellschafter einer Gmbh, welche als Angestellte gegen Entlohnung im Betrieb arbeiten. Personen, die im Betrieb des Ehegatten bzw. des eingetragenen Partners mitarbeiten, können nun auch von Kurzarbeitsentschädigungen profitieren. Sie sollen eine Pauschale von 3320.- Franken als Kurzarbeitsentschädigung für eine Vollzeitstelle geltend machen können.
  • Die bereits gesenkte Karenzfrist (Wartefrist) für Kurzarbeitsentschädigungen wird aufgehoben. Damit entfällt die Beteiligung der Arbeitgeber an den Arbeitsausfällen.
  • Neu müssen Arbeitnehmer nicht mehr zuerst ihre Überstunden abbauen, bevor sie von Kurzarbeitsentschädigungen profitieren können.
  • Im Bereich der Abwicklung der Gesuche sowie der Zahlungen von Kurzarbeit wurden ferner noch dringliche Vereinfachungen mit der Verabschiedung neuer Bestimmungen vorgenommen. Damit wird bspw. eine Bevorschussung von fälligen Lohnzahlungen via KAE möglich.

Weiterführende Informationen unter diesem Link

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