Benutzername
Passwort
Teil des Netzwerks
Teil des Netzwerks

Aussenhandelsumfrage bei Mitgliedern der Handelskammer D-CH

14. Jul 2016
Per E-Mail senden

Im Februar 2016 wurde stichprobenweise eine Umfrage unter den Schweizer und deutschen Mitgliedsfirmen der Handelskammer Deutschland-Schweiz durchgeführt – vorwiegend aus dem mittelständischen Industriesektor. Das Ergebnis zeigt die aktuellen Herausforderungen für den grenzüberschreitenden Wirtschaftsverkehr. 

Aussenhandelsumfrage bei Mitgliedern der Handelskammer Deutschland-Schweiz
Wirtschaft.jpg

Wirtschaft

Wir begleiten Sie auf allen Absatzwegen: nach Deutschland, in die Schweiz oder in das Fürstentum Liechtenstein.

Jetzt informieren

Für die schweizerische Wirtschaft – insbesondere für mittelständische Unternehmen im Industriesektor – ist der momentane Frankenkurs eine spürbare Belastung. So wird dieser als grosses Risiko empfunden, während die deutschen Firmen darin eher eine Stärkung ihrer Wettbewerbsfähigkeit sehen.

Besonders in Bezug auf den Fachkräftemangel ist die Art der Umsetzung der Masseneinwanderungsinitiative eine weitere Ungewissheit. Doch viele der befragten Firmen blicken auch zuversichtlich in die Zukunft.

Das Wechselkursverhältnis des Schweizer Frankens zum Euro trifft Schweizer und deutsche Unternehmen unterschiedlich:

  • 74 Prozent der Schweizer Mitgliedsunternehmen sehen ihre Wettbewerbsfähigkeit durch den Franken-Euro Kurs negativ beeinträchtigt – darunter 37 Prozent sogar stark.
  • 37 Prozent der deutschen Mitgliedsunternehmen beurteilen den starken Franken als positiv für ihre Wettbewerbsfähigkeit.

Massnahmen im Umgang mit der Frankenstärke

82 Prozent der befragten Schweizer Unternehmen mussten in den letzten Monaten auf Grund der Frankenstärke reagieren. 40 Prozent haben die Situation als stark bis drastisch eingestuft.

Neben Effizienzsteigerung und Forcierung (60 Prozent) sowie Ausbau spezifischer Stärken (43 Prozent) setzten die Schweizer Unternehmen vor allem auf kostensenkende Massnahmen und Optimierungen (57 Prozent):

  • 59 Prozent kauften mehr in der EU ein – 23 Prozent davon in Deutschland 
  • 41 Prozent setzten auf Innovationen 
  • 38 Prozent optimierten die Logistikkette 
  • 15 Prozent gaben an, dass sie Einsparungen beim Personal vornehmen mussten 
  • 13 Prozent setzen auf Unternehmenskauf im Ausland und 
  • 11 Prozent auf Produktionsverlagerung im Ausland

Zukünftige Herausforderungen

Die Befragung hat gezeigt, dass sich bezüglich der zukünftigen Herausforderungen der Unternehmen ein heterogenes Bild zwischen den deutschen und schweizerischen Unternehmen ergibt.

Risiken für Schweizer Unternehmen

  • Wechselkurs Franken-Euro: 83 Prozent (allergrösstes Risiko)
  • Fachkräftemangel: 63 Prozent
  • Arbeitskosten: 53 Prozent
  • Schwächere Inlandsnachfrage: 52 Prozent

Für knapp 60 Prozent stellen ausserdem die momentanen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in der Schweiz, die noch nicht geklärte Umsetzung der Masseneinwanderungsinitiative und der mögliche Wegfall der bilateralen Verträge Schweiz-EU ein Risiko für ihr grenzüberschreitendes Engagement dar. Nach einzelnen Themen befragt sehen Schweizer Firmen schliesslich die Zollabwicklung (35 Prozent) als ein grosses Hindernis an.

Risiken für deutsche Unternehmen

  • Wirtschaftliche: Rahmenbedingungen: 58 Prozent – administrativer Kontrollen, Bürokratie, Steuerrecht und verschärfte Regelungen des Gesetzgebers)
  • Globale Wirtschaftsentwicklung: 57 Prozent
  • Fachkräftemangel: 51 Prozent

Zudem stellen sich für deutsche Unternehmen an der Grenze grössere Probleme:

  • Administrative Aufwand zur Einholung von Arbeitsbewilligungen für deutsche Mitarbeitende in der Schweiz: 67 Prozent
  • Mitarbeiterentsendung: 64 Prozent
  • Zollabwicklung: 56 Prozent

Aussichten

Zuversichtlich sind die Ausblicke der Schweizer Mitglieder auf die kommenden 12 Monate:

  • 51 Prozent erwarten gleichbleibende Exporte nach Deutschland
  • 35 Prozent gehen von steigenden Ausfuhren aus – und etwa dieselbe Anzahl von einem steigenden Import aus Deutschland 
  • 33 Prozent der deutschen Mitglieder erwarten in den nächsten 12 Monaten eine Steigerung ihrer Exporte in die Schweiz
  • 45 Prozent gehen von eine Stagnation aus

Beim Import der deutschen Firmen aus der Schweiz zeigt sich allerdings ein anderes Bild. Dieses scheint im Zusammenhang mit dem hohen Schweizer Frankenkurs zu stehen: 85 Prozent der deutschen Mitgliedsfirmen erwarten keine Steigerung ihrer Einkäufe in der Schweiz.

Wir danken allen Mitgliedern die sich an dieser Umfrage beteiligt haben.


(Bildquelle: © wakila/iStockphoto)

geschaefts--und-kooperationspartner.jpg

Geschäfts- & Kooperationspartner / Mitglied werden

Erfahren Sie mehr über den Service der Handelskammer D-CH.

Mehr erfahren
Saläre der Schweizer Kader bleiben auf hohem Niveau

Saläre der Schweizer Kader bleiben auf hohem Niveau

Kienbaum veröffentlicht neue Studie zu Kadersalären in der Schweiz. Trotz Franken-Stärke und Deflation stagnieren Saläre der Schweizer Kader.
Mehr erfahren
Die Geschäftsrepräsentanz – der virtuelle Standort

Markteinsteiger profitieren von virtueller Geschäftsrepräsentanz

Der Erfolg einer Unternehmensgründung im Ausland ist zum Startzeitpunkt meist weder absehbar noch richtig einzuschätzen.
Mehr erfahren
stock-photo-73550601-two-business-colleagues-at-meeting-in-modern-office-interior

So kann die Verjährung verhindert werden

Durch bestimmte Massnahmen kann die Verjährung gehemmt werden – mit Auswirkung auf die Verjährungsfrist.
Mehr erfahren
Schliessen Button
Immer erstklassig informiert

Melden Sie sich für den Newsletter der Handelskammer Deutschland-Schweiz an.