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Strategische Materialien

31. Aug 2026
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Das Fundament der neuen Weltwirtschaft

Das 21. Jahrhundert wird von geopolitischen Spannungen und der Verfügbarkeit von strategischen Materialien bestimmt. Diese Metalle und Mineralien sind zu zentralen Elementen der Energiewende, der digitalen Infrastruktur sowie der nationalen Sicherheit geworden. Ihre Knappheit und ihr geopolitisches Gewicht haben sie von industriellen Vorprodukten zu strategischen Wirtschaftsgütern gemacht. Strategische Materialien verändern derzeit die globale Investitionslandschaft. Sie beeinflussen die Regierungspolitik und verschieben die Wirtschaftsmachtverhältnisse. Das Interesse der Investoren hat deutlich zugenommen, da eine wachsende Nachfrage auf ein begrenztes Angebot an Strategischen Materialien trifft. Kupfer, Lithium und Seltene Erden haben sich seit 2025 trotz makroökonomischer Unsicherheiten besser entwickelt als der breite Aktienmarkt. Dieses Umfeld begünstigt Strategien, die diversifiziert, entlang der gesamten Wertschöpfungskette, anlegen. Für langfristige Anleger sind strategische Rohstoffe nicht mehr nur ein taktisches Anlagethema. Sie stellen eine Kernallokation dar, die auf die strukturellen Veränderungen der Weltwirtschaft setzt.

Strategische Materialien

Definition: Was sind strategische Materialien?
Strategische Materialien sind Metalle, deren Verfügbarkeit unsicher ist, die jedoch für moderne Technologien unverzichtbar sind. Der Critical Raw Materials Act der Europäischen Union identifiziert 34 kritische Rohstoffe, von denen 17 – aufgrund ihrer Bedeutung für die grüne Transformation und Energiewende – als strategisch wichtig eingestuft werden. Diese Materialien spielen zudem eine zentrale Rolle in der Verteidigung, bei Raumfahrtanwendungen sowie in digitalen Systemen. Zu den wichtigsten zählen Kupfer, Lithium, Nickel, Kobalt, Graphit, Aluminium, Zink und Seltene Erden.

  • Kupfer: das Metall der Elektrifizierung
    Kupfer ist ein zentraler Rohstoff für den globalen Elektrifizierungsprozess. Die Internationale Energieagentur (IEA) prognostiziert einen deutlichen Nachfrageanstieg, der durch den Ausbau von Stromnetzen, Elektrofahrzeugen und erneuerbaren Energieanlagen getrieben wird. Clean-Energy-Technologien machen bereits einen grossen Anteil der Kupfernachfrage aus. Insbesondere Wind- und Solaranlagen brauchen im Vergleich zu fossil befeuerten Kraftwerken besonders viel Kupfer: Pro Gigawatt installierter Leistung werden Tausende Tonnen Kupfer benötigt, um einen effizienten Betrieb zu gewährleisten.
  • Seltene Erden sind für Hochleistungstechnologien unverzichtbar
    Seltene Erden werden in Permanentmagneten für Elektromotoren, Windturbinen sowie bestimmte Verteidigungssysteme
    eingesetzt. Obwohl diese Elemente relativ häufig vorkommen, ist ihre Trennung und Raffination technisch anspruchsvoll. Im Jahr 2025 kontrollierte China nahezu 90 % der globalen Raffineriekapazitäten für Seltene Erden. Diese Dominanz verleiht China erheblichen Einfluss auf globale Preise und die Materialverfügbarkeit. 
  • Lithium ist das zentrale Element der Batterietechnologie
    Lithium bleibt der zentrale Baustein moderner Batterietechnologien. Der Global Critical Minerals Outlook der IEA geht davon aus, dass sich die Nachfrage nach Lithium von 2024 bis 2040 mehr als vervierfachen wird1. Derzeit reicht das Lithiumangebot nicht aus, den wachsenden globalen Bedarf zu decken. Um einem weitreichenden Lithiummangel vorzubeugen, bedarf es erheblicher Kapitalzuflüsse in neue Bergbauprojekte, da die Nachfrage das Angebot bald zu überholen droht. Die Produktion konzentriert sich auf Australien, Chile und China, wo Projekte zunehmend auf Genehmigungsprobleme stossen und damit das Angebotswachstum bremsen.

Geopolitik und der neue Wettlauf um Ressourcen
Die Geopolitik im Zusammenhang mit strategischer Materialien wird zunehmend durch Konzentrationsrisiken und Ressourcen-Nationalismus geprägt. Chinas Dominanz bei der Raffination Seltener Erden ist für westliche Volkswirtschaften zu einem strategischen Risiko geworden. In jüngerer Zeit hat China Exportkontrollen für bestimmte Mineralien, wie zum Beispiel Seltene Erden und Graphit, verschärft. Dies macht die enorme strategische Macht deutlich, die mit Chinas nahezu monopolartiger Stellung, bei der Verarbeitung seltener Erden, verbunden ist. Die europäische Antwort fokussiert sich auf Lieferketten-
Diversifikation und eine gezielte Reindustrialisierung. Der 2024 verabschiedete Critical Raw Materials Act verfolgt das Ziel, heimische Förder- und Recyclingkapazitäten auszubauen. In der EU befinden sich zahlreiche solcher Projekte bereits in der Umsetzung, darunter auch eine Lithiumgewinnung in Frankreich. Parallel dazu bemüht sich Europa, unabhängige Raffineriekapazitäten für Seltene Erden aufzubauen. Die Umsetzung dieser Ziele erfordert aber erhebliche Investitionen und benötigt vereinfachte Bewilligungsverfahren. Weltweit nimmt der Ressourcen-Nationalismus in Förderländern zu. Indonesien hat Exportverbote für Nickelerz eingeführt, um eine höherwertige inländische Verarbeitung zu fördern. Andere Förderländer verfolgen ähnliche Strategien und verlangen eine stärkere lokale Verarbeitung, bevor Rohstoffe exportiert werden. Diese Massnahmen können das globale Angebot weiter verknappen und geben dem Thema Recyclingtechnologien eine ganz besondere Bedeutung. Ein zusätzlicher erschwerender Faktor ist die lange Entwicklungsdauer neuer Minen. Die IEA schätzt, dass eine neue Mine im Durchschnitt rund 15 Jahre benötigt, bis die Produktion aufgenommen werden kann. Dieser lange Zeithorizont bedeutet, dass höhere Preise nicht kurzfristig zu zusätzlichem physischem Angebot führen können. In der Konsequenz dürften uns strukturelle Ungleichgewichte bis weit in die 2030er-Jahre begleiten und das langfristige Preisniveau nachhaltig festigen.

Zentrale Nachfragetreiber: Energiewende, künstliche Intelligenz und Infrastruktur
Die Nachfrage nach strategischen Materialien wird durch drei strukturelle Entwicklungen angetrieben:

  • Die globale Energiewende
    Der Übergang zu Netto-Null-Emissionen bleibt der wichtigste Treiber. Elektrofahrzeuge benötigen deutlich
    mehr Kupfer, Nickel und Lithium als Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren. Auch saubere Energietechnologien wie Photovoltaik, Windkraft und netzgebundene Grossspeicher sind metallintensiver als fossile Energiesysteme. Die IEA erwartet, dass die weltweite Nachfrage nach raffiniertem Kupfer für Anwendungen im Bereich der sauberen Energie von 27 Millionen Tonnen im Jahr 2024 auf fast 33 Millionen Tonnen im Jahr 20352 steigen wird. Auch hier kann es ohne weitere Investitionen, insbesondere bei Lithium und Kupfer, zu deutliche Engpässen kommen.
  • Die Verbreitung von künstlicher Intelligenz
    Die schnelle Verbreitung von künstlicher Intelligenz (KI) und die damit verbundene digitale Infrastruktur fungieren
    als massive Nachfragebeschleuniger für eine Reihe benötigen enorme Energiemengen und entsprechend metallintensive Netzinfrastrukturen. Hyperscale-Cloud-Anbieter haben für das kommende Jahrzehnt umfangreiche Investitionsprogramme angekündigt. Dies spricht für eine anhaltend hohe Nachfrage nach Kupfer, Aluminium und spezialisierten Materialien für die Elektronikindustrie. Ebenso ist die Halbleiterindustrie auf Elemente, wie Gallium und Germanium, angewiesen. Diese Elemente unterlagen zuletzt chinesischen Exportrestriktionen und
    erhöhten so die geopolitische Risiken in den Technologie-Lieferketten.
  • Erneuerung und Modernisierung der Infrastruktur
    Die Erneuerung der Infrastruktur bildet die dritte Säule der Nachfragetreiber. Öffentliche Investitionsprogramme in Europa und Nordamerika fokussieren sich auf Strom und Verkehrsnetze. Die Rahmenprogramme der EU zur Förderung einer grünen Industrie mobilisieren Milliardenausgaben für die Verstärkung der Netzinfrastruktur. Diese Projekte erfordern erhebliche Mengen an Stahl, Aluminium und Kupfer. Nationale Infrastrukturfonds beschleunigen zusätzlich den Ausbau von Ladenetzen für Elektrofahrzeuge.

Die Herausforderung: Ein nicht elastisches Angebot und physische Grenzen
Vor diesem Hintergrund bleibt das globale Angebot an strategischen Materialien strukturell inelastisch. Ausserdem verteuern sinkende Erzgehalte in wichtigen Kupferregionen neue Bergbauprojekte. Steigende Kosten sowie komplexe soziale und regulatorische Anforderungen erhöhen den Aufwand für Bergbauunternehmen zusätzlich. Die Investitionen in die Exploration reichen nach wie vor nicht aus, um die prognostizierte Nachfrage bei wichtigen Metallen zu decken. Die komplexen Genehmigungsverfahren haben sich insbesondere in den entwickelten westlichen Ländern zu einem ernsthaften Problem entwickelt. Umweltverträglichkeitsprüfungen und rechtliche Anfechtungen erstrecken sich oft über viele Jahre. Auch wenn diese
Schutzmechanismen wichtig sind, verlängern sie die Projektlaufzeiten und hemmen kurzfristige Investitionen. Entsprechend erscheinen die zukünftigen Produktionspipelines im Verhältnis zur erwarteten Nachfrage dürftig. Recycling und Substitution können den Druck etwas verringern, den Bedarf an strategischen Materialien jedoch nicht vollständig decken. Die EU hat sich zum Ziel gesetzt, bis 2030 rund 25 % ihres Verbrauchs strategischer Materialien durch Recycling abzudecken. Die entsprechende Infrastruktur, insbesondere für Batterie- und Magnetmaterialien, befindet sich jedoch noch in einem frühen Entwicklungsstadium.

Investieren nach dem Wertschöpfungskettenansatz
Ein wertschöpfungskettenbasierter Investmentansatz bietet attraktive Opportunitäten. Anstatt sich ausschliesslich
auf vorgelagerte Bergbauunternehmen zu konzentrieren, verteilt eine diversifizierte Strategie das Engagement über die gesamte Wertschöpfungskette. Dieses Vorgehen kann, je nach Phase des Marktzyklus, die Volatilität reduzieren und unterschiedliche Ertragsquellen erschliessen. Wie bereits erwähnt, rückt das Thema Recycling zunehmend in den Fokus von verwalteten Rohstoffportfolios. Aurubis ist ein Beispiel für einen führenden europäischen Recycler und Kupferproduzenten. Das
Unternehmen dürfte von strengeren EU-Recyclingvorgaben und dem allgemeinen Wandel hin zur Kreislaufwirtschaft profitieren. Recycling reduziert die Umweltbelastung und mindert geopolitische Risiken durch eine Diversifikation der Lieferquellen.

Ein zentrales Anlagethema für das Jahrzehnt
Investitionen in strategische Materialien bieten strukturelles Wachstum mit Inflationsschutz. Strategische Materialien sind gut positioniert, um die Dekarbonisierung voranzutreiben, die digitale Transformation zu beschleunigen und moderne verteidigungspolitische Anforderungen zu erfüllen. Angebotsengpässe und lange Vorlaufzeiten sorgen für anhaltenden Spannungen zwischen Angebot und Nachfrage. Dieses Ungleichgewicht schafft einen attraktiven Einstieg für disziplinierte Investoren mit langfristigem Anlagehorizont. Rohstoffaktien erholen sich in der Regel frühzeitig, wenn die politischen Rahmenbedingungen günstiger werden. Die aktuellen Bewertungen in vielen Segmenten strategischer Materialien liegen weiterhin unter jenen von wachstumsstarken Technologie- oder reinen Erneuerbare- Energien-Unternehmen. Ein aktiv gemanagtes Portfolio, das die gesamte Wertschöpfungskette integriert und Nachhaltigkeitsaspekte berücksichtigt, ist gut positioniert, um von dieser Entwicklung zu profitieren. Es kann zyklische Schwankungen ausgleichen und gleichzeitig an der langfristigen Entwicklung des Wandels profitieren. In einer Welt, die den Fokus von fossilen Brennstoffen auf Metalle verlagert, rücken strategische Materialien ins Zentrum der Aufmerksamkeit. Längst kein Nischenprodukt mehr, bilden sie heute das Fundament für global ausgerichtete Portfolios, die konsequent in die Megatrends unserer Zeit investieren.

Bei dem vorliegenden Artikel handelt es sich um eine MARKETING KOMMUNIKATION der J. Safra Sarasin (Deutschland) GmbH, die zu reinen Informationszwecken dient. Sie stellt weder eine Anlageberatung oder -empfehlung dar; Frühere Wertentwicklungen sind kein verlässlicher Indikator für künftige Ergebnisse. Der Wert von Investments kann steigen oder fallen; ein vollständiger Verlust des eingesetzten Kapitals ist möglich. Bitte prüfen Sie sorgfältig Ihre persönliche Risikobereitschaft oder lassen Sie sich professionell beraten. Die hier bereitgestellten Informationen richten sich ausschliesslich an institutionelle Kunden, die Anlagegeschäfte ausschliesslich als Unternehmer zu gewerblichen Zwecken abzuschliessen beabsichtigen (§ 267 Abs. 2 und Abs. 3 HGB). Der gesamte Inhalt dieses Dokuments ist urheberrechtlich geschützt. © J. Safra Sarasin (Deutschland) GmbH, Bockenheimer Landstrasse 92, 60323 Frankfurt.

1 IEA (2025), Lithium, IEA, Paris https://www.iea.org/reports/lithium-2, Licence: CC BY 4.0
2 IEA (2025), Global Critical Minerals Outlook 2025, IEA, Paris https://www.iea.org/reports/global-critical-minerals-outlook-2025, Licence: CC BY 4.0
3 Midstream Unternehmen bilden die Brücke zwischen der Rohstoffgewinnung und der industriellen Weiterverarbeitung (Downstream Unternehmen).
4 Nachhaltigkeitsbezogene Offenlegungspflichten im Finanzdienstleistungssektor (Sustainable Finance Disclosure Regulation bzw. SFDR).

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